BTV-3 (Blauzungenkrankheit Serotyp 3, Bluetongue Disease Serotyp 3)

Bei der BTV-3-Infektion handelt sich um eine vektorübertragene Virusinfektion bei Schafen, Ziegen und Rindern. Das BTV-3-Virus wird durch heimische Gnitzenarten übertragen. Alle Wiederkäuer sind empfänglich, wobei die Infektion bei Ziegen ohne klinische Symptome verläuft.

Seit dem Eintrag des Blauzungenvirus Serotyp 3 im September 2023 in die Niederlande hat sich der Erreger bis in die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ausgebreitet. Die Symptome bei infizierten Tieren reichen von hohem Fieber, Milchleistungseinbußen, Haut- und Schleimhautentzündungen bis hin zu hohen Sterblichkeitsraten. Hohe Tierverluste treten insbesondere bei Schafen auf. Sachsen-Anhalt ist derzeit noch frei von BTV-3; jedoch beträgt die Entfernung zum nächstgelegenen Ausbruchsgeschehen nur ca. 150 km.

Im Sommer 2024 sind in Sachsen-Anhalt die ersten BTV-3-Ausbrüche zu erwarten. Das Virus trifft in Sachsen-Anhalt auf eine ungeschützte Population und kann zu schweren Erkrankungen führen, die auch mit einem beträchtlichen Tierleid verbunden sind, sowie zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen. Das Aufstallen von Tieren oder die Verwendung von Insektiziden kann die Infektionsrate zwar herabsetzen, Infektionen lassen sich auf diesem Weg aber nicht sicher verhindern. Die Impfung mit inaktivierten Impfstoffen hat sich bereits in der Vergangenheit als die effektivste, sicherste und auch einzige Möglichkeit herausgestellt, Tiere wirksam vor der Blauzungenkrankheit zu schützen.

Derzeit ist kein Impfstoff gegen BTV-3 in Deutschland zugelassen, jedoch ist die Anwendung von drei verschiedenen Impfstoffen gestattet. Außerdem ist die Durchführung der Impfung per Allgemeinverfügung in Sachsen-Anhalt genehmigt. Die Impfung soll die Rinder und Schafe vor klinischen Symptomen schützen.

Bei Fragen zum Verbringen oder Exportieren von geimpften Tieren wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Veterinäramt.

Mit Genehmigung der BTV-3-Beihilfesatzung der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt ist eine finanzielle Unterstützung für Schaf- und Rinderhalter im Rahmen der Impfung möglich. Sie gilt im ersten Schritt für das Jahr 2024.

Beihilfeanträge müssen innerhalb von 30 Tagen nach Durchführung der Impfung gestellt werden.

Die Impfungen sollen bis zum 31.08.2024 abgeschlossen sein.

Die Impfung ist zudem innerhalb von sieben Tagen im HIT als Bestandsimpfung (Schafe) bzw. einzeltierbezogen (Rinder) durch den Tierarzt einzutragen. Bei Fragen wenden Sie sich an den LKV.

Beihilfeanträge können entweder vom Tierhalter oder vom Tierarzt gestellt werden.

Den Anträgen sind folgende Informationen bzw. Nachweise zwingend beizufügen.:

  • Rechnung des Tierarztes
  • Impfliste zur BTV-3-Beihilfe:
       - Name des Tierarztes / der Tierarztpraxis
       - Name und Registriernummer des Tierhalters
       - Datum der Impfung
       - Name des Impfstoffs inkl. Chargennummer
       - Art und Anzahl der geimpften Tiere (beim Rind mit getrennter Darstellung der Erst- und Zweitimpfungen)
 
  • Bestätigung über Eintragung der Impfung des Bestands (Schafe) bzw. der Tiere (Rinder) ins HIT

 BTV-3-Beihilfe-Satzung


 Erfassungsbogen / Impfliste BTV-3    


 Stellungnahme der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin zur BTV-3-Impfung


 Allgemeinverfügung BTD


 BTV-3-ImpfgestattungsV

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