Neues Virus in Rinderbeständen nachgewiesen
Seit Mitte Juli wird aus der Schweiz, aus Frankreich und mittlerweile auch aus Deutschland (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz) von fieberhaften Erkrankungen in Rinderbeständen berichtet. Betroffene Rinder weisen vorrangig Symptome wie Fieber und Milchverlust (teilweise bis 50%) auf, aber auch Durchfall. Die Klinik dauert etwa 5-10 Tage an.
Mittlerweile konnte über Gensequenzierung nachgewiesen werden, dass es sich hier um ein Virus der Familie der Orthobunyaviridae handelt, welches nah verwandt mit dem Schmallenberg-Virus ist. Letzteres trat 2011 das erste Mal in Nordrhein-Westfalen auf und wird jedem Rinder- und Schafhalter noch bekannt sein.
Aufgrund der Verwandtschaft mit dem Schmallenberg-Virus wird aktuell von folgenden Eigenschaften ausgegangen:
- Betroffen sind neben Rindern auch andere Wiederkäuer (insbesondere Schafe).
- Die akute Infektion ist gekennzeichnet durch Fieber, Lethargie und Leistungsabfall.
- Aufgrund der Erfahrungen beim Schmallenberg-Virus ist aber vor allem mit Auswirkungen auf die Trächtigkeit (Aborte, Totgeburten) und auf die Entwicklung der ungeborenen Kälber und Lämmer (Arthrogrypose-Hydranenzephalie-Syndrom, AHS) in Form von Missbildungen an den Gliedmaßen und Fehlentwicklungen am Gehirn zu rechnen. Die Missbildungen können den normalen Geburtsablauf stören, so dass z.B. Kaiserschnitte notwendig werden.
- Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Gnitzen. Da die Gnitzensaison gerade erst beginnt, ist noch in diesem Jahr von einer weiteren Ausbreitung in Deutschland auszugehen.
Bei Verdacht auf diese neuartige Erkrankung sollten EDTA-Proben der betroffenen Tiere an das Landesamt für Verbraucherschutz, Fachbereich 4, in Stendal gesendet werden mit dem entsprechenden Vorbericht auf dem Einsendungsschreiben.
Da in der laufenden Saison auch mit dem erneuten Auftreten von BTV-8-Infektionen zu rechnen ist, ebenfalls gekennzeichnet durch Fieber, Milchrückgang und Einfluss auf das Reproduktionsgeschehen, ist eine differentialdiagnostische Abklärung wichtiger denn je.
Weitere Informationen zum neuen Virus finden Sie auf der Homepage des FLI unter folgendem Link:
24. Vortragsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte am 05.03.2026
Am Donnerstag, dem 05.03.2026 fand im Hörsal I (Haus 17) der Hochschule Anhalt in Bernburg die 24. Vortragsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte statt
23. Vortragsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte am 06.03.2025
Am 06.03.2025 fand im Hörsaal I (Haus 17) der Hochschule Anhalt in Bernburg die 23. Fortbildungsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte statt.
22. Vortragsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte am 07.03.2024
Am Donnerstag, dem 07.03.2024, fand in Bernburg-Strenzfeld (Hörsaal I der Hochschule Anhalt) die 22. Fortbildungsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte statt.
Maul- und Klauenseuche (MKS)
Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Tierseuche!
Empfängliche Tiere für diese Erkrankung sind alle Klauentiere (Rinder, Schafe, Ziege, Schweine und Wildklauentiere sowie der Igel). Für den Menschen ist diese Virusinfektion nicht gefährlich. Er kann sich nicht anstecken!
Der Erreger der Maul- und Klauenseuche ist hoch ansteckend. Er ist in großen Mengen unter anderem im Speichel, Kot, Urin, in der Milch und in der Atemluft enthalten und kontaminiert über diese Wege die Tierumgebung. Er ist sehr gut in der Umgebung überlebensfähig - bei Kälte und Trockenheit mehrere Monate! Die Übertragung erfolgt durch direkten Tierkontakt aber vor allem indirekt über Dung, Futtermittel, Gerätschaften, Boden, Kleidung, Hände etc. Er kann durch Wind bis zu 100 km weitergetragen werden und dort ebenfalls Klauentiere infizieren.
Wichtige Symptome:
- Plötzliches Fieber
- Zähflüssiger, fadenziehender Speichel in großen Mengen, schmatzende Geräuschen
- Blasen, Wunden (geplatzte Blasen) im Maul, am Naseneingang, am Rüssel, auf der Zunge sowie an den Klauen (Kronsaum, Zwischenklauenspalt) und Zitzen
- Starker Rückgang der Futteraufnahme
- Starker Rückgang der Milchbildung
- Starke Lahmheiten bis hin zum Festliegen und Ausschuhen
- Plötzlicher Herztod bei Jungtieren
- Langanhaltende Spätfolgen in den Tierherden (Rückgänge in Lebendgewicht und Milchleistung)
Die Symptome der Maul- und Klauenseuche ähneln denen der Blauzungenkrankheit!
Folgen:
MKS ist eine der wirtschaftlich folgenreichsten Tierseuchen! Mit Ausbruch der MKS verliert das betroffene Land seinen Status „MKS-frei“. Umfassende Handelsbeschränkungen und Exportverbote für Klauentiere und Erzeugnisse tierischer Herkunft (Fleisch, Fleischerzeugnisse, Milch, Milchprodukte etc.) sind die Folge.
Die Maßnahmen sind deshalb sehr radikal und umfassend. Betroffene Tierhaltungen werden ausnahmslos gekeult.
Eine große Gefahr bei der Maul- und Klauenseuche besteht darin, dass die MKS vor Erkennung eines Ausbruchs diese bereits in andere Betriebe weiterverbreitet wird.
Für Tierhalter von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen gilt es deshalb, regelmäßig betriebseigene Biosicherheitsmaßnahmen zu kontrollieren und wenn nötig zu verschärfen. Die hier aufgelisteten Punkte sind nicht abschließend zu betrachten, sondern ggf. betriebsspezifisch zu erweitern:
- Bei Verdacht auf MKS ist der Tierarzt zu verständigen, um unverzüglich diagnostische Maßnahmen einzuleiten
- Reduktion des Personen- und Fahrzeugverkehrs auf dem Betriebsgelände auf ein absolutes Minimum
- Betriebsfremde Fahrzeuge sollten das Betriebsgelände soweit möglich nicht befahren
- Sicherstellung funktionsfähiger Desinfektionsschleusen in Form von Durchfahrwannen an jedem Ein- bzw. Ausgang des Betriebs
- Gewährleistung der Möglichkeit der Aufstellung und Befüllung von Desinfektionswannen vor den Ställen
- Bereitstellung betriebseigener Kleidung inklusive Schuhwerk für alle betriebsfremde Personen und Durchsetzung der Pflicht zum Wechsel der Kleidung vor Betreten des Tierbestands
- Sensibilisierung des betriebseigenen Personals durch intensive Schulung zur Tierseuche (Gefahr, Übertragungswege, Symptome)
- Bei Personen (Personal, Dienstleister) mit privaten Klauentierhaltungen ist besondere Vorsicht geboten!
Link zu geeigneten Desinfektionsmitteln:
Weitere Informationen unter:
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/maul-und-klauenseuche/
Bilder:
https://www.flickr.com/photos/eufmd/albums/72157710414844077/
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Bild 1: zäher Speichelfluss (Quelle: Dirksen et al. 2002)
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Bild 2: Blasen (sog. Aphten) an den Zitzen (Quelle: Dirksen et al. 2002)
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Bild 3: aufgeplatzte Aphte auf einer Rinderzunge (Quelle: www.rinderskript.net)
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Bild 4: Läsionen im Maul eines Rindes (Quelle: www.schweizerbauer.ch)
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Bild 5: betroffene Rinderklaue (Quelle: Dirksen et al. 2002)
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Bild 6: verkrustete Läsionen am Rüssel (Quelle: www.3drei3.de) |
Bild 7: aufgeplatzte Aphten am Unterfuß eines Schweines (Quelle: www.3drei3.de)
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