Neues Virus bei Rindern, Schafen, Ziegen, Alpakas und Pferden nachgewiesen

Seit Juli 2026 wird aus der Schweiz und aus Frankreich von fieberhaften Erkrankungen bei Pferden, Alpakas, Schafen, Ziegen und Rindern berichtet, bei denen ein neuartiges Shamonda-Virus nachgewiesen wurde. Mittlerweile hat die Virusinfektion auch Deutschland erreicht. Seit September 2026 gibt es erste Nachweise in rinderhaltenden Betrieben in Sachsen-Anhalt.

Betroffene Rinder weisen vorrangig Symptome wie Fieber, Milchverlust und Durchfall auf. Die Klinik dauert etwa 5 bis 10 Tage an.

Bei betroffenen Pferden treten neben Fieber vor allem zentralnervöse Störungen auf, zum Beispiel Schluckbeschwerden und Bewegungsstörungen. Eine vollständige klinische Genesung scheint möglich zu sein.

Es handelt sich um ein neuartiges Shamonda-Virus aus der Familie der Orthobunyaviridae, das nah mit dem Schmallenberg-Virus verwandt ist. Letzteres trat 2011 das erste Mal in Nordrhein-Westfalen auf und wird jedem Rinder- und Schafhalter noch bekannt sein. Das neuartige Virus tritt zudem in zwei Varianten auf (SHAV-EU1 und SHAV-EU2), die aktuell in erkrankten Tieren nachgewiesen werden können.

Folgende Eigenschaften sind bekannt:

  • Betroffen sind neben Rindern auch kleine Wiederkäuer (Schafe, Ziegen) sowie Alpakas und Pferde.
  • Die akute Infektion ist vor allem gekennzeichnet durch Fieber, Lethargie und Leistungsabfall. Bei Pferden zudem durch zentralnervöse Störungen.
  • Die Übertragung erfolgt ausschließlich über Gnitzen. Da die Gnitzensaison gerade erst beginnt, ist noch in diesem Jahr von einer weiteren Ausbreitung in Deutschland auszugehen.
  • Aufgrund der Erfahrungen beim Schmallenberg-Virus sind beim Wiederkäuer Auswirkungen auf die Trächtigkeit (Aborte, Totgeburten) und auf die Entwicklung der ungeborenen Kälber und Lämmer (Arthrogrypose-Hydranenzephalie-Syndrom, AHS) in Form von Missbildungen an den Gliedmaßen und Fehlentwicklungen am Gehirn nicht auszuschließen. Die Missbildungen können den normalen Geburtsablauf stören, so dass zum Beispiel Kaiserschnitte notwendig werden.

Bei Verdacht auf diese neuartige Erkrankung sollten EDTA-Proben der betroffenen Tiere an das Landesamt für Verbraucherschutz, Fachbereich 4, in Stendal gesendet werden mit dem entsprechenden Vorbericht auf dem Einsendungsschreiben.

Da in der laufenden Saison auch mit dem erneuten Auftreten von BTV-8-Infektionen zu rechnen ist, ebenfalls gekennzeichnet durch Fieber, Milchrückgang und Einfluss auf das Reproduktionsgeschehen, ist eine differentialdiagnostische Abklärung wichtiger denn je.

Weitere Informationen zum neuen Virus finden Sie auf der Homepage des FLI unter folgendem Link:

Pressemitteilungen des Friedrich-Loeffler-Instituts