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Die Afrikanische Schweinepest ist weiter auf dem Vormarsch!

Von Dr. K. John, Schweinegesundheitsdienst

Die Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt möchte die aktuelle Situation im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest zum Anlass nehmen, alle Schweine haltenden Betriebe zu sensibilisieren, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu optimieren (siehe ASP-Risikoampel). Aktuell weist das Friedrich-Löffler-Institut 18 betroffene Länder in Europa aus, in denen die ASP bei Wild- und/oder Hausschweinen vorkommt, wobei unser Nachbarland Polen mit mehr als 1600 Wildschweinfällen das Negativ-Ranking anführt. Der Balkan und Rumänien sind die Hotspots im Hausschweinebereich, aber auch in Italien sind mit der Toskana neue Ausbruchsgebiete hinzugekommen. Aktuelle Fälle in Schweineanlagen sind in Deutschland nicht zu verzeichnen, aber die Sperrzonen 2 aufgrund von positiven Wildschweinfunden in NRW, Rheinland-Pfalz und Brandenburg bestehen weiterhin. Deutschland als eines der wichtigsten Transitländer, aber auch als Land mit einer hohen Quote an Arbeitskräften aus betroffenen Regionen ist besonders gefährdet. Auch in hiesigen Schweineanlagen sind ausländische Mitarbeiter beschäftigt. Gerade Rumänien ist nach Serbien das Land mit den meisten Fällen von ASP in Hausschweinebeständen in Europa. Deshalb sollten Betriebsleiter, die Mitarbeiter aus betroffenen Ländern bei sich beschäftigen, unbedingt das Gespräch suchen und diese auffordern, keine Fleisch- und Wurstwaren aus ihren Heimatländern mitzubringen! Traditionell werden heimische Produkte gern mitgeführt, da man auch in der Ferne nicht darauf verzichten möchte, aber die aktuelle Gefährdungslage lässt hier keine Spielräume. Dabei handelt es sich nicht immer nur um Produkte aus Hausschlachtungen, sondern selbst in kommerziell gehandelten Waren wurde schon ASP-Virus nachgewiesen. Als Entgegenkommen könnten Betriebsleiter einheimische Fleisch- und Wurstwaren zur Verfügung stellen, Grillabende ausrichten oder Ähnliches.

Die Marktlage in der Schweinebranche ist aktuell wieder sehr angespannt und erholt sich nur langsam. Ein Ausweiten der Afrikanischen Schweinepest würde diese Entwicklung massiv negativ beeinflussen. Wie schnell die gesamte Lieferkette betroffen sein kann, hat der Viruseintrag beim Schlachthof Weißenfels im Juni 2024 gezeigt, der über infizierte Schweine aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgt ist.

Bei Betriebsbesuchen durch den Schweinegesundheitsdienst werden gelegentlich auch Mängel im Zusammenhang mit der äußeren Absicherung der Anlagen festgestellt. So finden sich defekte Zäune oder offenstehende Zufahrten, durch die Wildschweine leicht an die Anlagen gelangen können.

In dem Zusammenhang wird nochmals auf das ASP-Früherkennungsprogramm der Tierseuchenkasse verwiesen, welches Ferkel erzeugenden Betrieben und Mastbetrieben die Möglichkeit bietet, wöchentlich zwei Falltiere mittels Blutproben beim Landesamt für Verbraucherschutz in Stendal untersuchen zu lassen. Die Kosten für die Diagnostik übernimmt die Tierseuchenkasse. Alle Betriebe, die noch nicht teilnehmen, sind aufgerufen einzusteigen, denn der Früherkennung eines Seucheneintrags kommt eine ganz entscheidende Bedeutung bei der Schadensminimierung des eigenen Bestandes aber auch anderer Betriebe zu, insbesondere im Zusammenhang mit Handelsrestriktionen.

ASP-Risikoampel