Jetzt vorsorgen: Afrikanische Schweinepest steht vor der Tür!

Biosicherheit verbessern mit der „ASP- Risikoampel“

Die Afrikanische Schweinepest hat nun auch Deutschland erreicht. Am 10.09.2020 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut die erste Infektion eines Wildschweins mit ASP in Deutschland. Die Probe stammte von einem stark verwesten Kadaver einer zwei-bis dreijährigen Bache im Landkreis Spree-Neiße, Bundesland Brandenburg, 7 km von der polnischen Grenze entfernt. Das Institut hat nach eingehender Untersuchung des aufgefundenen Kadavers Rückschlüsse auf den Ersteintrag der Tierseuche in die Wildscheinpopulation im Spree-Neiße-Kreis gezogen. Danach ist dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits Anfang Juli 2020 erfolgt. Mittlerweile wurden nach Angaben des Tierseucheninformationssystems (TSIS) in den Kreisen Spree-Neiße, Oder-Spree und Märkisch-Oderland 53 verendete oder erlegte Wildschweine aller Altersstufen gefunden, bei denen die ASP amtlich festgestellt worden ist (Stand 8.10.20).

Neben einem Kontakt zu infiziertem Schwarzwild bedroht auch ein Eintrag durch Personen- und Fahrzeugverkehr aus Risikogebieten hierzulande unsere Haus- und Wildschweinbestände. Die polnischen und deutschen Schweinehalter*innen sind nun ganz besonders gefordert, den eigenen Betrieb auf die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.

Hilfestellung dabei bietet die „ASP-Risikoampel“ von der Universität Vechta, die gemeinsam mit dem Friedrich Loeffler-Institut (FLI) und einem bundesweit aufgestellten Expertenpanel aus tierärztlicher und landwirtschaftlicher Praxis, Behörden, Wirtschaft und Wissenschaftlern erarbeitet wurde. Unter www.risikoampel.uni-vechta.de wird jedem Betrieb die Möglichkeit gegeben den eigenen Betrieb auf Schwachstellen hin überprüfen zu lassen – kostenfrei und anonym.

So geht's:

  1. www.risikoampel.uni-vechta.de aufrufen
  2. Beantworten Sie ca. 100 Fragen zu Arbeitsabläufen und zu Vorkehrungen für die Biosicherheit in Ihrem Betrieb (Aufwand: ca. 1 Stunde)
  3. Sie erhalten direkt ein Ergebnis:
    • Ihre betriebsspezifische Risikobewertung
    • eine Optimierungsanalyse mit fachlichen Erläuterungen zu den Risiken
    • eine To-Do Liste um das ASP-Eintragsrisiko in Ihrem Betrieb zu minimieren
  4. Das Ergebnis können Sie abspeichern und ausdrucken



Ansprechpartnerinnen:
Universität Vechta | Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen
Dr. Maria Gellermann, maria.gellermann@uni-vechta.de
Dr. Barbara Grabkowsky, Barbara.grabkowsky@uni-vechta.de


M. Gellermann (l.) und B. Grabkowsky (r.) mit
Ralf Martens (Böseler Goldschmaus 2.v.r.,) und
Betriebsleiter während eines Betriebsbesuches
zur Evaluation der Risikoampel